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Aus dem FF: „Hast du mal eben keine Minute für mich?“ (OMR-Bericht 2026)

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Ja, war wieder OMR im schönen Hamburg. Und was macht man da so? Ich war zum Beispiel wegen der gratis Müsliriegel, veganen Pesto-Samplings und der free Soja-Kefir-Drinks dort: „Ich würde gern mal den mit Zitrone probieren.“ Und dann dachte ich plötzlich: Shit, mein Atem riecht bestimmt noch nach dem zuvor vernichteten Natur-Soja-Kefir. Hoffentlich halten die mich nicht für unverschämt. Prompt kam die Frage: „Hattest du etwa schon einen? Hauch mich mal an!“ Ich bin dann schnell Richtung Purple Stage in Halle 5 geflüchtet.

OMR steht übrigens für Online Marketing Rockstars. Damit startet schon beim Namen der Veranstaltung das gute alte Bullshit-Bingo. Und man muss auf der Messe nicht einmal konzentriert zuhören, um sämtliche Big Five(tausend) der Branchen-Unwörter einzusammeln.

Für meinen Geschmack gab’s zu viele Tabakmarken mit ausufernden Gratis-Samplings. „Konsumieren Sie Nikotin?“ Über das spätere Gegreine der Promoter – „Die rauchen alle nicht mehr!“ – habe ich mich heimlich gefreut. Ist ja auch nicht gesund. Also rauchen, freuen schon.

Ebenso: zu viel Porsche. Die Marke steht für mich für schlechtes Autofahrverhalten, Ökokill und unnötigsten Konsum im großen Stil. Entsprechend hatten sie natürlich gleich eine ganze Ausstellungshalle. Schließlich muss man auch erstmal ein Autoscooter-Fahrgeschäft irgendwo unterbringen. Ja gut, da steckt halt Geld hinter.

So, genug Semi-Sarkasmus. Das klingt sonst irgendwann wie Random-Bashing im Clickbait-Stil. Richtig gut fand ich die soziopolitischen Themen. Zum Beispiel am ARD-/NDR-Stand und beim Talk „WM – Spielfeld der Macht“. Tahsim Durgun war großartig – die Geschichte seiner Geflüchtetenfamilie, klug erzählt, sehr angenehme Bühnenpräsenz. Olivia Jones sprach über die Gefahr der aktuellen politischen Stimmung. Dann noch Themen wie Gesundheitsmythen oder digitale Gewalt gegen Frauen. Wichtig, dass darüber gesprochen wird!!!

Entertainment gab’s natürlich auch genug. Von Opa Werner und seiner Matsche-Latsche über Mark Forster bis zur Geschichte von Zah1de war alles dabei. Die Grundmessage irgendwo zwischen: nicht aufgeben, anders sein und einfach weitermachen.

Insgesamt gab es bestimmt noch viele andere tolle Dinge, die ich leider nicht sehen konnte. Vielleicht 2027. Das habe ich den Chips-Eumels am Glücksrad übrigens auch gesagt, nachdem ich mir mal wieder ein beherztes „Verloren“ erdreht hatte: „Vielleicht 2027.“ Hätte ich eine Stempelkarte fürs Verlieren, wäre die inzwischen bestimmt 28-mal voll. Scheint mein Geburtsrecht zu sein. Oder vielleicht mein USP.

Weil ich im Vorfeld tatsächlich gefragt wurde, was mein USP wäre, habe ich ernsthaft darüber nachgedacht, was mich einzigartig macht. Schlussendlich bin ich darauf gekommen: Ich kann telefonieren und schreiben (habe immer einen Stift dabei). Und, liebe Leute, mindestens eine dieser Fähigkeiten haben inzwischen wirklich alle Generationen um mich herum verlernt. Die Jüngeren sogar beide.

Mein bester selbst ausgedachter Satz des Tages: „Hast du mal eben keine Minute für mich?“ Und allein dafür hat sich die Reise gelohnt. Trotz aller Zweifel und trotz „viel zu teuer“ ist die OMR nämlich tatsächlich inspirierend – beruflich wie privat.

Was ich allerdings vermisst habe: einen Stand von Banana Poster Press mit den limitierten RISO-Drucken zu Film und Fernsehen. (Unbezahlte Werbung.) Vielleicht 2027.

PS:
Direkt nach Mark Forster musste ich los und verpasste somit Lars Klingbeil auf der OMR-Stage. Mein Kumpel Tobi sagt dazu: „Ist das nicht die gleiche Person? Musik und Politik sind zumindest ähnlich ziellos.“ Das lasse ich hier mal umkommentiert als Postskriptum stehen. Geschmunzelt habe ich auf jeden Fall.